Kinky – Moskaus größte Sex Party

Ihr könnt sogar die Aufnahme meines DJset der Nacht hier hören.

Die Mädels am Eingang grüßen mich freundlich. Sie kennen mich schon, denn ich spiele sehr oft auf dieser… Ja, wie soll ich sie nennen… Porno- ? Sex- ? Fetisch-Party. „Kinky Party“ ist eine von drei großen Sex Parties in Moskau. Die Organisatorinnen Tanja und Tasja haben sich von Berlin’s Kit Kat Club inspirieren lassen und dann war es nur eine Frage der Zeit, bis sie bei mir, dem einzigen bekannten deutschen DJ in Moskau, landeten. Dabei spiele ich ganz andere Musik, als die Leute im Kit Kat.

Tanja steht wieder selbst an der Tür und überprüft die Kostüme der Gäste. Ein Ticket für diese Party kostet 85 EUR pro Person. Die Veranstalterinnen wählen aber erst mal aus allen „Bewerbern“ aus. Man muss sein Facebook (oder ein anderes Social Media) Profil schicken und danach beurteilen die Damen, ob man zur eingefleischten Kinky Gemeinschaft passt, oder nicht. Schafft man diese Hürde, dann darf man sich ein Ticket kaufen. Das heißt aber noch nicht, dass man automatisch hineingelassen wird. Man muss noch in ein gutes Kostüm investieren. Jede Party hat ein Thema oder man kommt in Fetisch Klamotten. Ich habe sogar gesehen, dass langbeinige Mädels in Strapsen und High-Heels abgewiesen wurden. Immerhin besuchen bis zu 600 Gäste eine Kinky Party.

Tanja begrüßt mich freundlich, schimpft aber sofort danach, weil ich kein Kostüm trage.
„Wieso, ich brauche das doch nicht. Ich bin doch Dein Superstar DJ“, ist meine ironische Antwort

Ich hasse Verkleidungen. Schon als Kind habe ich Karneval und Verkleiden gehasst. Tanja hat keine Wahl, denn die braucht mich ja als DJ, aber trotzdem gibt sie mir zu verstehen, dass es vielleicht das nächste Mal keine Buchung mehr gibt, wenn ich nicht in einem Kostüm auftauche. Das beunruhigt mich jedoch gar nicht, denn so geht das Spiel schon seit 3 Jahren. Abwechselnd werde ich von den beiden Organisatorinnen und ihren Gehilfen angemacht, weil ich kein Kostüm anziehen will. Letztes Mal wollte mich ein Ordner sogar noch kurz vor meinem Djset rausschmeißen, als er mich an der Bar antraf. Doch wenn ich dann meine Musik spiele, dann tanzen alle. Dann sind überall grinsende Gesichter und am Ende kommen beide Organisatorinnen zu mir und bedanken sich fuer das „tolle Djset“. Ein bisschen Drama muss sein. Ich kann auch eine Diva sein, ha ha.

Heute erwischt es aber noch jemanden anders. Ich habe Ralph, einen wohlhabenden Griechen, der in Paris wohnt, als Gast in der Stadt und eingeladen mitzukommen. Ralph wollte eigentlich nur ein langes Wochenende in Moskau bleiben, doch er hat wegen der Party um eine Woche verlängert. Ich habe Ralph während der Woche öfter getroffen und immer wieder auf das Kostüm hingewiesen. Ich habe ihm sogar Links und Adressen von Läden geschickt, die geeignete Verkleidungen verleihen. Nun kommt er aus der Umkleide mit einer schwarzen Designer-Jogginghose und einem schwarzen Gummiregenmantel darüber. Das ist wohl seine Definition von Fetisch? Ich schüttele nur den Kopf. Dann zieht Ralph ein billiges Hundehalsband mit Kettenleine aus der Tasche.

„Das ist doch Fetisch, oder?“, meint er.
„Neh, echt jetzt?“

Ich weiß jetzt schon, dass das nichts wird und ich noch einen zweiten Anschiss von Tanja bekomme. Auf der anderen Seite ist Ralph extra eine Woche länger geblieben, nur um diese Party zu besuchen, weil ich sie ihm schmackhaft gemacht habe. Er erwartet nun von mir, dass ich eine Lösung finde. Wir gehen zu Tanja. Die schüttelt nur den Kopf und gibt mir den erwarteten Anschiss. Sie ist nun ziemlich angepisst und schickt Ralph zurück zur Garderobe, um den Regenmantel abzugeben. Eigentlich hat sie eh schon beschlossen, dass er nicht reinkommt. Während wir zusammenstehen, erzähle ich Tanja, dass Ralph extra eine Woche länger geblieben ist, wegen ihrer Party. Sie schüttelt nur den Kopf. Als Ralph zurück kommt, habe ich kaum noch Hoffnung. Ich sage ihm, dass er im Internet nach einem 24h Sexshop suchen und sich dort mit Fetischklamotten eindecken soll. Tanja unterbricht mich forsch.

„Das bringt doch nichts! Die guten Läden haben nun alle zu. Ich habe da eine Idee“, sagt sie. Wir haben gleich eine Versteigerung für einen guten Zweck. Wir versteigern Sklaven. Ich lass dich rein, wenn ich dich als Sklaven versteigern kann.”

Ralphs Gesichtsausdruck versteinert sich.
„Was muss ich dann tun?“, fragt er schüchtern.

„Alles, was Deine Mistress will. Außer Deinen Tabus“, antwortet Tanja.

Ralph ist Anfang Fünfzig und Privatier. Er ist Besitzer mehrerer Fabriken, Hotels und anderer Firmen. Ich stehe daneben und zucke mit den Schultern. Tanja grinst frech und wir warten auf eine Antwort. Die lässt lange auf sich warten. Dann kommt ein einfaches „OK!“.

Tanja grinst immer noch und meint nur „Strafe muss sein!“
Dann legt sie ihm das Hundehalsband an und führt ihn an der Kette durch zwei Räume und die Menge zur Bühne, auf welcher nun schon die Versteigerung beginnt. Nach einigen Minuten ist Ralph drann. Es dauert ein bisschen, bis sich eine Käuferin findet, aber sie zahlt immerhin 100 Euro fuer eine Stunde mit Ralph, als Sklaven. Stolz zieht sie ihn an der Leine hinter sich durch die Menge in einen der kleinen Nebenräume.

Ich brauche erst mal einen Drink, sonst pack ich das hier nicht. Kinky kann zu viel für einen sein. Es ist eine Art Reizüberflutung der Sexual-Sinne. Überall stehen gutaussehende Menschen, fast nackt in sehr sexy Kostümen. Man sieht freie Brüste, Strapse, Latex & Leder. Manche Frauen sind auch einfach nur nackt in High Heels. Heute ist es eine der kleineren Partys. Die ist nur für Stammgäste und Insider. Weniger Gäste. Kleinerer Club und intimer. Auf der großen Party gibt es einen Balkon auf welchem sich um die 50 Pärchen gegenseitig auspeitschen. Ich gehe oft vor meinem Auftritt noch mal hinauf, um mir die Stimmung unten auf dem Dancefloor anzusehen. Das Klatschen und Peitschen, gemischt mit Lust und Schmerzschreien von fünfzig Leuten, wenn man mitten drinn steht, ist eine bizarre Erfahrung, die man schlecht beschreiben kann.

An der Bar leckt ein männlicher Sklave einer Domina die Füße. Ok, meins ist das nicht, aber jeder so, wie er will. Daneben sitzt ein Typ auf einem Bar Stuhl und bekommt einen geblasen. Das würde mir schon besser gefallen. Sie macht das gut. Langsam und gefühlvoll. Ich schau nur kurz hin, denn ich bin irgendwie noch nicht bereit für all das hier. Was sind das für Leute? Ich würde sagen 20-40 Jahre alt mit dem Schwerpunkt bei den Endzwanzigern. Erfolgreiche Mittelklasse. Die Meisten sind schön anzusehen. Einige sind speziell. Ich bestelle ein Club Mate Wodka. Danach verziehe mich in den DJ Bereich auf der Bühne, denn in 10 Minuten muss ich spielen.

Eine Stunde später. Mein Djset rockt und die Leute tanzen. Heute wird sehr viel gefickt. Das habe ich hier so eigentlich noch nicht gesehen. Natürlich gibt es auf der Kinky Party immer Sex, aber nicht in diesem Umfang. Heute haben ein Drittel der Gäste vor mir auf dem Dancefloor oder auf einem der Sessel und Couchen daneben Sex. Ich bin immer wieder überrascht, wie schön die Mädchen aussehen. Gerade tanzt eine blonde Langbeinige in schwarzem Leder-BH, mit Lederslip und Strapsen vor mir. Sie grinst mich an, aber hat schon 2 Jungs um sich herum. Ich gebe ich mich nicht der Illusion hin, dass ich sie heute noch haben kann, aber grinse trotzdem zurück. Wenn ich mit meinem Djset fertig bin, dann ist sie längst mit einem anderen nach Hause gegangen. Hier wartet niemand auf dich. Und so sitzt kurze Zeit später einer der beiden Jungs auf einem Sessel und sie bläst ihm einen. Eine Weile später setzt sie sich auf ihn und reitet. Schade, na ja, ich hau dann mal den nächsten Track rein.

Plötzlich kommt Ralph auf den Dancefloor. Er sieht mich am DJ-Pult und grinst verschmitzt zu mir herüber. Ich winke ihn zu mir und er arbeitet sich durch die tanzende Menge.

„Gut, dass du noch am Leben bist. Ich habe mir schon Sorgen gemacht“, witzle ich.

„Oh Mann!“, meint Ralph. „Das war kein Spaß. Sie hat mich echt rangenommen.“ Dann stoppt er. Ralph schwitzt.

Ich frage nach. „Details Bitte?!“

„Lass mal gut sein“, antwortet Ralph. „Aber diese Party hier ist es wert. Ich habe schon viel gesehen und war auf Sex Partys in Paris und LA. Das hier toppt alles. Die Frauen sind der Hammer!“.

„Dann geh mal spielen. Ich muss hier weiter machen“, rate ich Ralph.

Als er geht sehe ich lange rote Striemen auf seinem Rücken. Seine Domina hat ihn wohl ganz schön ausgepeitscht.

Links wird ein zierliches Mädel, nackt in High Heels, auf die Bühne gehoben. Sie erinnert mich an meine türkische Ex-Freundin. Ich mag dünne Frauen mit kleinen Brüsten, egal ob sie groß oder klein sind. Ja, diese ist genau mein Typ. Doch auch sie hat zwei Jungs vor sich und tanzt mit ihnen. Kurz danach steht einer hinter ihr, küsst und hält sie, während der andere ihr die Vagina leckt. Sie stöhnt lustvoll. So laut, dass ich es über meine Musik hören kann. In der anderen Ecke sitzt eine Domina. Sie hat ein durchsichtiges langes Schwarzes an. Die Mitte Zwanzigerin sieht gar nicht nach Domina aus, aber ich kann an ihrer Pose erkennen, dass sie dominant ist. Sie hält Hof. Kurz danach akzeptiert sie einen der vielen Unterwürfigen, die einer nach dem anderen vorsprechen. Sie beginnt mit ihrem neuen Sklaven zu spielen.

Egal wo ich auch hinsehe, finde ich sexuelle Reize. Das Licht ist Rot und aus den Lautsprechern wummert der Bass meiner Musik. Ich habe einen kurzen Bewusstseinsmoment. Das hier ist, wie eine Orgie im alten Rom, was heute übrigens auch das Thema ist. Wird Gott uns für unser zügelloses frivoles Leben hier bestrafen? Sind wir zu dekadent?, frage ich mich.

Bin ich schon tot? Ist das hier der Ort der Verdammnis? So könnte es in Chris Helmbrechts Hölle aussehen. Endloses djen auf einer dekadenten Porno-Party. Ich habe jetzt schon genug gesehen. Alles Weitere grenzt an Folter. Oder ist es das Paradies? Das ist wohl Ansichtssache.  Am Ende geht es doch auf den meisten Parties um’ s Anbandeln und Sex. Hier nehmen die Leute halt den direkten Anlauf ohne Umwege. Das ist ja eigentlich ganz gut. Ich verstehe nicht, warum es mir zu viel ist.

Aber dort drüben zum Beispiel, dort fickt ein gut trainierter Mitte Zwanziger ein wunderschönes Mädchen im Stehen an der Wand. Ich spiele ein Stück mit 125 BPM, was schon recht schnell ist, doch der Typ ist um Einiges schneller. Er rammelt wie ein Hase und ist überhaupt nicht im Takt. Ein echter Ficker. Doch er stört mich, so wie auch andere. Er ist zu hart, zu schnell und zu intensiv. Nein, ha ha, ich rede nicht von seinem Penis, sondern seiner Einstellung und seiner Frequenz. Ich schaue mir die Sache ein paar Momente an. Dann nehme ich die Lautstärke raus. Die anderen Gäste schauen mich erstaunt an.

Ich rufe dem Rammler über den Dancefloor zu, „Geh doch bitte in einen anderen Raum, oder fick im Takt. Deinem Mädchen würde das sicher auch besser gefallen“, füge ich noch hinzu.

Danach bekomme ich Klatschen und Beifall von den anderen Gästen, während ich die Lautstärke wieder reinhaue und weitermache. Hm, vielleicht war das zu viel, denke ich, aber der Typ hat mich richtig irritiert und nicht nur mich. Irgendwie ist bei Kinky eben alles anders.

Der Nebenraum ist der Darkroom. Hier geht es richtig zur Sache. In einer Ecke steht ein Käfig und darin tanzt ein Mädchen. Darum herum stehen Männer und begrabschen sie. In der anderen Ecke steht ein Würfel aus Metall. Darauf liegt eine Frau. Die Organisatorin erzählt mir, dass sie ein russischer Pornstar ist, zu Gast aus St.Petersburg ist. Sie hat den Kopf nach hinten geneigt und lässt sich in den Mund ficken. Nein, das ist kein Blowjob. Der Typ fickt ihren Kopf. Vorne steckt auch einer Drinnen und macht sein Ding. Viel bizarrer ist allerdings, dass auf jeder Seite rund zehn Männer in Schlange anstehen und darauf warten, dass sie auch mal drann sind. Nach meinem Djset gehe ich an die Bar im Darkroom, denn hier ist noch etwas los, während die anderen Räume nun leer sind. Ich habe als letzter DJ im Hauptraum gespielt. Im Darkroom wartet auch mein Freund Martin. Er war ebenfalls einer meiner Gäste und das erste Mal auf einer Kinky Party. Ich bin mal gespannt, was er erlebt hat. Ich bin ja von meiner DJ Box aus immer recht losgelöst vom Geschehen. Er war die ganze Zeit mitten drinn. Als ich Martin finde, fickt er als Letzter den Pornstar auf einer Couch. Anal, denn Martin mag das so. Sie anscheinend auch, denn sie stöhnt lustvoll. Ich geh mir einen Absacker holen und warte darauf, dass Martin fertig wird und wir nach Hause gehen können.

Als ich zurück komme, ist Martin fertig und sitzt mit der Pornstar Königin auf der Couch und quatscht. Ich setze mich dazu.

„Soll ich Dir einen Blasen“, fragt sie mich.

„Neh, lass mal. Ist schon OK“, antworte ich.
Wer weiß, wie viele Schwänze sie heute schon im Mund hatte. Ich muss nicht der Letzte sein.

 „Aber eine Frage hätte ich schon“, sage ich verlegen. „Wie viele Männer hattest du denn heute so?“

„Keine Ahnung“, antwortet sie nüchtern. „Ich habe sie nicht gezählt. Um die Fünfzig. Vielleicht auch mehr“.

„…und das macht Dir Spass?“, frage ich nach.

„Ja sicher, sonst würde ich es nicht tun. Ich liebe es für Stunden richtig durchgefickt zu werden. Ein Mann allein hat nicht genug Energie für mich“, antwortet sie.

Ich beschließe es dabei zu lassen und nicht weiter zu fragen, obwohl es mich schon interessieren würde, wie sie das körperlich und psychisch schafft.

Wir verabschieden uns und steigen ins Taxi. Martin und ich reden kaum. Wir sind beide müde und haben Reizüberflutung. Ich schaue aus dem Fenster und lasse die Stadt an mir vorbeiziehen. Es ist Sonntagmorgen 7:30 und schon hell. Der Himmel ist grau. Fetzen hängen von den Wolken. Es regnet und der Wind ist kühl. Das ist ein sehr nüchterner Moskau Morgen. Der komplette Gegensatz zur, lustvoll, vom Leben betrunkenen, Kinky Party. An einer Ampel hält ein Kleinwagen neben uns. Darin sitzt ein Typ mit Kapuze. Wer fährt denn bitte mit Kapuze durch die Stadt. Will er sein Gesicht, seinen Kopf darin verstecken? Er sieht doch so gar nichts. Ich kann sein Profil trotzdem gut sehen. Er hat ein kantiges und fast hässliches Gesicht. Auch das ist ein Gegensatz zu den vielen schönen Menschen von vorhin. Wahrscheinlich wirkt nun alles hässlich. Wenigstens für eine Weile. Die Fahrt geht weiter. Die Stadt zieht an mir vorbei. Ich lasse parallel die Szenen der Kinky Party in meinem Kopf vorbeiziehen. Schade, dass ich nicht mit einer der Frauen spielen konnte. Die kleine Dünne, die aussieht, wie meine Ex. Das wäre es gewesen. Vielleicht hätte sie mir in der DJ Box einen geblasen, wenn ich sie zu mir gerufen hätte. Warum habe ich das nicht getan? Ich beschließe die Kinky Party, wieder einmal, als „gesehen“ abzuhaken. Es ist, wie einen 3D-Porno Film schauen. Nur dass man mitten drinnen steht. Man kann den Sex rieche und fühlen, auch wenn man selbst nicht mitmacht. Irgendwann finde ich vielleicht auch mal die Zeit und das richtige Mädchen, um mitzuspielen. Doch will ich das überhaupt? Ich bin mir nicht sicher. Na, ich geh dann mal schlafen. Bis zur nächsten Kinky Party.

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